Hauptbereich
Erinnern durch Musik - Jugendmusikschule Neuenbürg umrahmt eindrucksvollen Gedenkabend
Erinnern duch Musik
Mit einem außergewöhnlich bewegenden Abend erinnerten die Evangelische Verbundkirchengemeinde, die Stadt Neuenbürg und das Evangelische Bildungswerk nördlicher Schwarzwald am vergangenen Mittwoch in der Evangelischen Stadtkirche an die Zeit des Nationalsozialismus.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur das historische Erinnern, sondern auch Musik – gestaltet von Schülerinnen und Schülern der Städtischen Jugendmusikschule Neuenbürg, die von Schulleiter Christian Knebel am Piano begleitet wurden.
Bereits die eröffnende Romanze für Trompete und Klavier des mit 22 Jahren verstorbenen jüdischen Komponisten Abraham Geifman setzte einen tief berührenden Akzent. Stanislaw Peszynski (Trompete, Klasse Michael Pietsch-Rether) gestaltete das Werk mit feinem Gespür für seine lyrische Melancholie und ließ das Publikum unmittelbar in die emotionale Atmosphäre des Abends eintauchen.
Nach den Begrüßungsworten von Dekan Joachim Botzenhardt und Bürgermeister Fabian Bader erklang „Bist Du bei mir“ von Gottfried Heinrich Stölzel in einer Bearbeitung für Trompete und Klavier. Jana Reiser (Trompete, ebenfalls Klasse Pietsch-Rether) und Christian Knebel interpretierten das Stück schlicht und innig – als musikalischen Ausdruck von Trost und Vertrauen in dunklen Zeiten.
In seinem Vortrag beleuchtete Schuldekan Thorsten Trautwein die Ereignisse der NS-Zeit in Neuenbürg und die Schicksale einzelner Bürgerinnen und Bürger. Gemeinsam mit Altbürgermeister Theo Schaubel ordnete er historische Entwicklungen ein und schlug den Bogen zu Fragen der Erinnerungskultur in der Gegenwart.
Ein musikalischer Höhepunkt bildete den Abschluss des Abends: die ergreifende Titelmelodie aus „Schindlers Liste“ von John Williams, gespielt von Yevdokiya Petrenko (Violine, Klasse Tigran Harutyunyan) und Christian Knebel. Ihre intensive und ausdrucksvolle Interpretation ließ viele Zuhörerinnen und Zuhörer sichtbar bewegt zurück.
Mit dieser fein abgestimmten Verbindung von Musik und Zeitgeschichte gelang der Jugendmusikschule Neuenbürg ein eindrucksvolles Zeichen kultureller Bildung: Junge Menschen trugen mit ihrer Musik zur lebendigen Erinnerungskultur ihrer Region bei – sensibel, künstlerisch überzeugend und zutiefst menschlich.
Nach dem offiziellen Abschluss durch Dekan Botzenhardt nutzten viele Besucherinnen und Besucher noch die Gelegenheit zum Gespräch und zum Bucherwerb. Der Abend machte deutlich, wie wichtig es ist, Erinnerung immer wieder hörbar zu machen – besonders durch die Sprache der Musik.


